12
Mrz
2012

Nu geht's los

Wenn man den Wetterfuzzies glauben darf, geht diese Woche der Frühling richtig los. Man achte also darauf, wo man hintritt. Blumen werden aus dem Boden hervorschießen. Aber nicht nur die Pflanzensäfte werden in Wallung geraten, wie ein alter Dichter weiß:

Heinrich Heine

Es drängt die Not, es läuten die Glocken,
Und ach! ich hab den Kopf verloren!
Der Frühling und zwei schöne Augen,
Sie haben sich wider mein Herz verschworen.

Der Frühling und zwei schöne Augen
Verlocken mein Herz in neue Betörung!
Ich glaube, die Rosen und Nachtigallen
Sind tief verwickelt in dieser Verschwörung.

Mehr zu Heinrich Heine weiß das Lyrik-Lesezeichen. Und Frühlingsgedichte hat's auch dort.

17
Feb
2012

Seltsame Liebesgedichtesammlung

Auf einer Seite, wo ich ab und an reinschaue, hat sich etwas getan, das mich etwas wundert. Hans Retep hat seine Website ergänzt u.a. um Liebesgedichte von Ringelnatz, Wilhelm Busch und Heinrich Heine. Ringelnatz und Busch gelten nun nicht gerade als flammende Liebespoeten, doch ersterer konnte mit etwas Abstrichen durchaus Liebesgedichte schreiben. Wilhelm Busch hätte wohl auch gekonnt, verkniff sich das aber bis auf eine einzige Ausnahme, ansonsten herrscht der typische Busch-Spott vor. Heinrich Heine hingegen ist unter den Dichtern der Liebe kein Unbekannter, doch gerade bei ihm bringt Retep nur die bitteren Liebesgedichte. Was auch seinen Reiz hat, weil etwas unerwartet.

Warum nun gerade etwas schräge Liebesgedichte auf die Website gekommen sind, darüber sagt Hans Retep nichts. Er selbst schwankt bei den eigenen Liebesgedichten zwischen Schwüren für die Ewigkeit und dem Gedanken an eine Venusfliegenfalle.

Letztlich ist es mal was Anderes und deshalb hier vorgestellt.

2
Feb
2012

Wintergedichte

Letztes Mal habe ich darauf hingewiesen, dass dreigutelinks.de eine gute Quelle für die schnelle Gedichtsuche ist. Da es mir arschkalt genug erschien, um mal in Wintergedichten zu stöbern, habe ich meinen eigenen Tipp befolgt und siehe da: zwei der drei Links führen wirklich zu guten Quellen. Die Sammlung von Wintergedichten bei Gedichte für alle Fälle bietet so ziemlich alles an Klassikern, was man sich wünschen kann. Und ein kleines Extra liefert das Literaturcafé. Dort kann man sich Gedichte anhören.

Das beliebteste Wintergedicht bei Gedichte für alle Fälle ist ein "Lied hinterm Ofen zu singen" von Matthias Claudius (1740-1815), der den Winter als eisharten Kerl schildert, aber in der letzten Strophe zugibt:

Da ist er denn bald dort, bald hier;
gut Regiment zu führen;
und wenn er durchzieht, stehen wir
und sehn ihn an und frieren.

Claudius selbst war kein Freund des Eises. Obwohl er fast sein ganzes Leben oben in der Nähe von Hamburg und in Holstein verbrachte, liebte er die Kälte nicht, wie ein Zitat aus einem Brief an seine Frau zeigt:

"Es regnet hier heute ganz entsetzlich und, wenn es übermorgen so machen will, so mache nur Hemd und Nachtwams warm, daß wir gleich hineinfahren können."

Datum des Briefes ist der 29.09.1780. Wenn einer sich schon im September das Nachthemd warm machen lässt, was passiert dann erst im tiefsten Winter? Feuer im Bett? Aber irgendwoher müssen die 12 Kinder ja gekommen sein, die er mit seiner Frau hatte.

15
Jan
2012

Gedichte finden

Als Gedichtefinder hat man natürlich so seine Tricks, um Gedichte zu finden. Googlen kann jeder, aber auf Anhieb ein paar gute Gedichte-Seiten zu einem Thema zu finden, dafür ist Dreigutelinks optimal. Wie der Name schon sagt, gibt es zu jedem Thema nur drei Links, die allerdings sorgfältig ausgesucht und kurz kommentiert werden. In der Literaturrubrik sind alle möglichen Gebrauchsgedichtarten vertreten, von A wie Abschiedsgedichte bis W wie Weihnachtssprüche. Zudem findet man Seiten über Dichter wie z.B. Erich Kästner und auch an Schüler wurde gedacht mit dem Thema Gedichtinterpretation.

3
Jan
2012

Die heiligen drei Könige

Im letzten Beitrag kam ich zu spät, es war schon doppelt Nikolaus. Dieser Beitrag ist eindeutig zu früh, wir haben erst halb Heilig Drei Könige. Gibt es zu diesem, nur noch im tiefen Süden gepflegten Feiertag Gedichte? Aber selbstredend. Sogar der große, alte Mann der Dichtung – der Jott-We von Goethe – hat zu den drei Königen ein Gedicht verfasst, das man so wohl kaum von ihm erwartet hätte. Es beginnt:

Die heiligen drei König' mit ihrem Stern,
sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern;
sie essen gern, sie trinken gern,
sie essen, trinken und bezahlen nicht gern.

Wenn ich mich recht entsinne, hat er diese Zeilen dem Volksmund entnommen und dann weitergesponnen.

12
Dez
2011

Zu spät, viel zu spät

Jo mei, heut haben wir schon den doppelten Nikolaus und gleichzeitig halb Heiligabend, da will ich noch ein Nikolausgedicht anpreisen. Mein Lieblingsnikolausgedicht, das ich letztes Mal vorführte, ist ja schon ein bisschen böse. Aber "Als beim Nikolaus der Bart ab war" ist schön fies und gemein. Es fängt ganz harmlos an mit dem kleinen Peter, der den Nikolaus einwickeln will und hört ... auf. Den Schluss will ich nicht verraten. Dass ich mit dem Gedicht zu spät komme, ist auch kein Wunder. Der Dichter selbst schreibt in seinem Blog, er hätte den Text erst einen Tag nach Nikolaus fertig gestellt. Geht ganz schön abwärts mit den heutigen Dichtern, wenn sie schon einfache Termine nicht mehr einhalten können;-)

5
Dez
2011

Nikolausgedichte

Mir war der Typ ja immer unheimlich bis ich kapiert habe, dass sich da nur einer verkleidet hat. In Gedichten oder Sprüchen ist der Nikolaus meist nur gute Mann, der Geschenke bringt. Mein Favorit aber bei den Nikolausgedichten ist sicher durch meine frühkindlichen Ängste verursacht:

Nikolaus, sei unser Gast,
wenn du was im Sacke hast.
Hast du was, so lass dich nieder,
hast du nichts, so pack dich wieder!

Da muss nicht nur der Nikolaus Farbe bekennen, auch die Kinderchen lassen die Masken fallen. Das finde ich gar nicht so verkehrt in der Vorweihnachtszeit, die sonst von Täuschung und Gefühlswallungen gekennzeichnet ist.

27
Nov
2011

Urheberrecht bei Gedichten

Als Gedichteblogger muss ich stets aufpassen, wenn ich ein Gedicht hier veröffentliche. Gemeinfrei sind nur Texte von Dichtern, die schon mindestens 70 Jahre tot sind. Bei Autoren, wo Verlage das Sagen haben, frag ich erst gar nicht, weil das sinnlos sein dürfte. Bleiben also noch jene, die im Netz veröffentlichen. Da muss dann mal ein Link reichen, denn Links sind nunmal das verbindene Element des Webs. Aber ich schätze, mal ein Gedicht als Kostprobe mit Link zu veröffentlichen, wenn man vorher fragt, dürfte auch kein Problem sein.

Es gibt natürlich auch andere Leute, die gerne alles von anderen immer und überall zur höchsteigenen Verfügung haben möchten. Fragen kostet schon zu viel Mühe. Dieser Klientel haben sich nun die Grünen angenommen und möchten die Urheberrechtschutzfrist auf 5 Jahre verkürzen, wie ich in einem Fotografenblog gelesen habe.

Ich frage mich, was damit erreicht werden soll, außer Verlagen die Möglichkeit zu geben, ihre Autoren zu enteignen. Denn bei Internetveröffentlichungen müsste man immer noch fragen, weil man ja nie wüsste, ob die 5-Jahresfrist abgelaufen ist.

19
Nov
2011

Haiku: Poetische Kleinigkeit

Vor etwa einem Monat habe ich das Weisheitszahnorakel vorgestellt, das irgendwie auf der japanischen Gedichtform Haiku beruht: ein Dreizeiler ohne Titel. Ein Durchblick im Netz zeigt viele Seiten zum Thema. Da ich hier nicht alle Haikuseiten vorstellen mag, nur drei, die als Anlaufpunkte zu gebrauchen sind:

Haiku heute: Jeden Monat wird aus den Einsendungen der Leser eine Auswahl ins Netz gestellt. Zusätzlich gibt es viele Artikel zum Thema Haiku.

Haiku Haiku: Eignet sich ganz gut als Einführung zum Thema, besonders die Artikel 'Haiku schreiben' und 'Wie man ein Haiku ruiniert'. Letzteres ist ein Spaß für die ganze Familie.

Deutsche Haiku-Gesellschaft: Anscheinend so etwas wie die offizielle diplomatische Vertretung der Haikuschreiber. Neben vielen anderen Dingen, wie etwa Hinweise auf Wettbewerbe, gibt's auch eine Liste mit Haikulinks für die weiteren Forschungen im Netz.

14
Nov
2011

In einem Gedicht spazieren gehen

Das kommt auch nicht alle Tage vor, dass man in einem Gedicht spazieren geht. Gestern abend zwischen fünf und sechs war es aber genau so:

Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Nur der Mond war noch nicht aufgegangen, deshalb konnten die Sternlein auch nicht prangen am Himmelszelt hell und klar.
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